Ein Apfelbaum verbindet Friedrichshagen mit Siebenbürgen

Wurzeln schlagen – am Himmelfahrtstag findet in Friedrichshagen eine Baumpflanzaktion statt, die uns allen auf die Sprünge helfen könnte.

Baumpflanzung mit Gästen
Himmelfahrtstag
25. Mai
10 Uhr

Einen Baum zu pflanzen, auch wenn anderntags die Welt unterginge – wieder so ein mächtiges Bild aus dem Sprachschatz des Reformators Martin Luther. Was darin an Zuversicht und Gottvertrauen zu lesen ist, passt sehr gut auch in unsere Zeit, die sich ihrer Zukunftsvisionen unsicher geworden ist und in Ängste gerät, die den klaren, nüchternen Blick zu trüben drohen. Die Evangelische Kirche Rumäniens hat die oben genannte Metapher wörtlich genommen und pflanzt in diesem Jubiläumsjahr an Orten, die für die Reformation in Siebenbürgen wichtig sind, Apfelbäumchen.

Schließlich sucht die historische Kirche der Siebenbürger Sachsen nach 800 Jahren deutschsprachiger Siedlungsgeschichte nun selbst – ganz im Sinne des Lutherschen Gartenbaubildes – nach ihrer europäischen Zukunft. Zuversicht, das klare Wort und protestantisches Selbstbewusstsein sind dabei die Richtschnur: „Christen werden nicht gezählt, sondern gewogen!“ Aus dieser Perspektive sind es nicht nur
die historischen Reformationsorte, die in den Blick geraten, sondern auch die engen und lebendigen Gemeindepartnerschaften und Freundschaften von heute.

Und so findet sich das Örtchen Friedrichshagen am Müggelsee auf einmal in einer Reihe mit Wittenberg, Hermannstadt, Krakau und Wien.
Im Rahmen des Reformationskirchentags, genauer gesagt am Himmelfahrtstag, werden der Bischof der Evangelischen Kirche Augsburger Bekenntnis in Rumänien, Reinhart Guib, und der Mediascher Stadtpfarrer Gerhard Servatius-Depner zusammen mit Pfarrer Alexander Höner und der Gemeindeleitung der Evangelischen Kirchgemeinde Friedrichshagen im Anschluss an einen feierlichen Gottesdienst einen Apfelbaum pflanzen.

Der Baum wird auf dem gemeindeeigenen Friedhof stehen, er wird zu mancherlei geistlichen Betrachtungen Anlass geben, aber er wird auch ganz konkret für Menschen stehen, die heute am europäischen Haus bauen, unspektakulär, aber praktisch. Und er wird Früchte tragen; dem Wittenberger Theologieprofessor hätte das gefallen. Heiko Lehmann