Zweifacher Dank an die Gemeinde

Zwei Dankesbriefe haben die Gemeinde erreicht, die wir in ganzer Länge hier veröffentlichen. Sie zeichnen ein zum Teil erschütterndes Bild, dem wir in Berlin und anderen Städten häufiger begegnen werden.

Sehr geehrte Damen und Herren,

ganz herzlich möchten wir uns für die gebrachten Spenden bedanken. Wir haben uns sehr über die vielen tollen Sachen gefreut und geben diese gerne an „unsere Familien und Kinder“ weiter. Jedes Kind ist bei uns willkommen. Es liegt uns sehr am Herzen, ihnen Wertschätzung und Aufmerksamkeit entgegen zu bringen und sie auf ihrem Weg zu begleiten. Mit der kontinuierlichen Arbeit der Arche zeigen wir, dass es sich lohnt, sich für jedes einzelne Kind stark zu machen und sie nach ihren individuellen Fähigkeiten zu fördern.

Wir bieten den Kindern in der Arche täglich eine kostenlose und vollwertige warme Mahlzeit, Hausaufgaben-Hilfe, sinnvolle Freizeitbeschäftigungen mit Sport und Musik, und vor allem viel Aufmerksamkeit. Denn Kinder brauchen Bestätigung für ihr Selbstvertrauen. Sie brauchen das Gefühl wichtig zu sein und geliebt zu werden. Viele Kinder hierzulande erleben das leider in ihrem Zuhause nicht.

Ihre Spende hilft uns dabei, die Kinder und Jugendlichen auf vielfältige Weise zu unterstützen, vielen herzlichen Dank!

Bei Fragen können Sie sich gerne jederzeit bei uns melden. Mit den besten Grüßen aus dem Büro der Arche in Berlin-Hellersdorf

Christliches Kinder- und Jugendwerk e.V., Susanne Balthaser, Tangermünder Straße 7, 12627 Berlin


Sehr geehrte Mitglieder der Kirchengemeinde Friedrichshagen, sehr geehrte Frau Janietz!

Mit Ihrem Engagement und den von ihnen mitorganisierten umfassenden, zuverlässigen und regelmäßigen Spenden-Sammel-Aktionen haben Sie auch in diesem Jahr einen sehr wertvollen Beitrag zu unserer Arbeit geleistet. Haben Sie dafür vielen herzlichen Dank!

Die Situation in Berlin für die Ärmsten unter den Armen hat sich in 2017 nicht verbessert. Man muss leider sagen, dass die Situation sich weiter zu spitzt. Der Wohnungsmarkt ist angespannt, immer mehr Menschen sind im Zuge der Gentrifizierung und den damit steigenden Mieten aus ihren Vierteln vertrieben werden, haben im schlimmsten Fall keine neue Wohnung gefunden und sind wohnungs- oder gar obdachlos geworden. Mittlerweile kann das Land Berlin und die einzelnen Bezirke seiner Unterbringungspflicht nicht mehr nachkommen – es gibt kaum noch freie Wohnheimplätze. Was bedeutet, dass die Menschen nicht untergebracht werden können und gezwungen sind, auf der Straße zu nächtigen. Obdachlosigkeit wird in der ganzen Stadt sichtbarer, es gibt Proteste aus der Bevölkerung gegen Obdachlosen-Lager. Die Bezirke reagieren bisher eher mit Vertreibung der Menschen aus den Parkanlagen anstatt neue Wohnheimplätze oder gar finanzierbaren Wohnraum zu schaffen. Die Ärmsten der Armen werden von einem zum nächsten Ort vertrieben.

Das Leben auf Straße zehrt an physischer und psychischer Verfassung unserer Gäste. Die einen sind noch gut in der Lage sich anzupassen und fallen mit ihrem Erscheinungsbild kaum auf. Andere sind auf Grund der langen Zeit der Obdachlosigkeit oder durch psychische und körperliche Beeinträchtigungen nicht mehr in der Lage, auf ihr Erscheinungsbild zu achten. Sie resignieren bezüglich ihrer gesundheitlichen Belange, verwahrlosen sowohl im Erscheinungsbild als auch in ihrem Sozialverhalten. In der Folge werden Sie eher als Obdachlose identifiziert und sind häufiger repressiven Maßnahmen ausgesetzt — werden beispielsweise vom Bahnhofsgelände vertrieben oder gebeten, die S-Bahn zu verlassen. Dies bewirkt eine weitere Verschlechterung der psychischen Verfassung.

In unserer Arztpraxis für Obdachlose spielt es keine Rolle, woher die Patienten kommen. Hier rümpft keiner die Nase, wenn die Menschen zur Tür reinkommen. Selbst wenn unsere Gäste stark alkoholisiert sind oder gerade Drogen konsumiert haben, sind sie willkommen. Wir bieten unseren Patienten eine sehr niedrigschwellige medizinische und sozialpädagogische Hilfe an. Zudem können die Menschen sich bei uns aufhalten und aufwärmen, zwei Mahlzeiten am Tag einnehmen, duschen und sich neu einkleiden. In diesen Bereich sind wir nach wie vor auf Sach-, Geld- und Zeitspenden in Form von ehrenamtlicher Mithilfe angewiesen.

Wir danken Ihnen und Ihren Gemeindemitgliedern herzlich für Ihre Spenden- und Hilfsbereitschaft, wünschen allen ein gesundes Jahr 2018. Wir freuen uns auch im neuen Jahr über Ihre Einsatzbereitschaft!

Für das gesamte Praxisteam verbleibe ich mit freundlichen Grüßen, i. A. Christin Recknagel, Diplom-Sozialpädagogin/-arbeiterin (FH), Praxiskoordination