Das Bautagebuch

Halleluja – eine Million für den Bau ist da!

22.12.2020

Was für eine Nachricht: Eine Million Euro aus dem Bundeshaushalt für unseren Kirchenumbau!
 Am 11. November 2020 war die designierte SPD-Bundestagskandidatin für Treptow-Köpenick – Ana-Maria Trasnea zusammen mit Swen Schulz (MdB der SPD), Robert Schaddach (MdA der SPD) sowie Alexander Freier (Vorsitzender der SPD-Fraktion in der BVV Treptow-Köpenick und Mitglied im Kreiskirchrat) zu Besuch bei uns auf der Kirchenbaustelle, mitten bei unserem durch Corona etwas anderen Martinsfest.

Die Gemeindeleitung und unser Bauausschuss warben um Bundes- und Landesmittel für unser umfangreiches Umbauprojekt, das ohne substantiell hohe zusätzliche Mittel nur die erste Bauphase mit der Verbesserung der reinen Funktionalitäten abschließen kann. Die Begegnung verlief sehr gut und konstruktiv und wir hatten das Gefühl, dass unser Anliegen und unsere die Finanzierung betreffende kritische Situation in den Herzen und Köpfen der Besucher angekommen waren. Einen großen Anteil daran hatte eine Präsentation unseres Bauausschuss-Vorsitzenden über die Geschichte unserer Kirche, den Sturmschaden und die damalige Reparatur, über bekannte Gemeindeglieder und über das Engagement unserer Gemeinde auch im gesellschaftlichen Interesse unseres Ortes und darüber hinaus.

Wenige Tage später zeigte sich, das Gefühl hat nicht betrogen. Wir bekamen die sensationelle Nachricht, dass der Haushaltsausschuss des Bundestages unsere Bitte beantwortet hat: Eine Million Euro für die Fortführung unseres Bauvorhabens hat der Deutsche Bundestag am 10. Dezember 2020 beschlossen. Was für eine Nachricht! Damit ist ungefähr die Hälfte der von uns geplanten Maßnahmen finanziert.
Wir danken für all die Bemühungen dieser Menschen für die Weitergabe unserer Bitte, das Eintreten dafür und die Begeisterung, die sie von uns mitgenommen hatten. Dieser Dank geht besonders an die designierte SPD-Bundestagskandidatin Ana-Maria Trasnea und die SPD des Bezirks, die sich unseres Anliegens angenommen und es erfolgreich an den Bundestag herangetragen hat. Das war ein großer Vertrauensvorschuss, der damit unserer Gemeinde ausgesprochen wurde.
Ganz besonderer Dank für ihre außergewöhnliche Aktivität für diesen so wichtigen „Baustein“ zur Weiterführung unseres Bauprojektes gilt an dieser Stelle unserer GKR-Vorsitzenden Birgit Ladwig und unserem Leiter des Bauausschusses Matthias Dettloff, denn ohne diese Beiden wäre unser Bau wohl „auf halber Strecke“ zum vorläufigen Stillstand gekommen.

Wie geht es weiter?

Wir werden uns in dieser Sache noch an die Berliner SPD wenden, um dort weitere Unterstützerinnen und Unterstützer für eine Kofinanzierung aus Landesmitteln zu gewinnen. So ist eine Terminvereinbarung mit dem SPD-Fraktionsvorsitzenden aus dem Abgeordnetenhaus geplant, um unser Vorhaben vorstellen zu können. Schließlich ist unsere Christophorus-Kirche der größte öffentliche Bau in Friedrichshagen, den wir sobald wie möglich in neuem Glanz wieder eröffnen wollen – für Konzerte, Lesungen, Versammlungen, Gottesdienste und einfach so – für Menschen, die zwischendurch etwas Ruhe und Trost brauchen – egal ob sie zur Gemeinde gehören oder nicht. Denn dafür ist unser Kirchenraum da. Er fehlt schon jetzt sehr in der kirchlichen und politischen bzw. lokalen Gemeinde.

Zweite Ebene:

Was soll mit dem Geld gemacht werden?´Durch diese Zusage sind wir einem Baubeginn zur Sanierung und Verschönerung der Innenräume unserer Kirche einen sehr, sehr großen Schritt weitergekommen.

Dazu sollen z.B. folgende Maßnahmen gehören:

  • Gerüstaufbau / neue Ausmalung der Kirche mit Freilegung des Sichtmauerwerks,
  • komplette Freilegung der Altarwand
  • Reparatur, Reinigung und Isolierung der Bleiglasfenster (Wärme- und Schallisolierung),
  • Sanierung der Brüstungsfelder,
  • Anschaffung passender Lampen,
  • Erweiterung der Barrierefreiheit durch Einbau einer induktiven Höranlage für Schwerhörige,
  • Renovierung der bisher noch nicht vorgesehenen Nebenräume (Archiv, Turmaufgänge…),
  • sowie die Gewinnung eines zusätzlichen nutzbaren Raumes durch Schadstoffbeseitigung.

Das Friedrichshagner Halboktett singt auf der Kirchenbaustelle.

Interessante Neuigkeiten – GELD durch die SPD!

Die Christophoruskirche in der Bölschestraße in Friedrichshagen erhält für Ihr Projekt „Raum für Alle: Unsere Kirche am Markt“ 1 Million Euro vom Bund, so beschloss es der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestags in seiner heutigen Sitzung.
Birgit Ladwig, Vorsitzende des Gemeindekirchenrates: „Als wir heute die fast unglaubliche Nachricht von der Riesen-Förderung erhielten, wären wir uns am liebsten vor Freude gegenseitig um den Hals gefallen! Ging ja nicht, aber holen wir nach. Wir sind sehr, sehr glücklich darüber. Weil jetzt der Kirchenumbau, der von vielen engagierten Ehrenamtlichen jahrelang geplant und erträumt wurde, weitergehen kann. Zuletzt hatten wir durch Corona die Zuversicht (oder: die Hoffnung), dass wir dieses Vorhaben aus eigener Kraft schaffen können, nicht mehr so richtig gehabt. Also, wir sehen gerade alle sehr glücklich aus. Schade, dass Sie das nicht sehen können.“
Die Kirche ist der zentrale Ort des Gemeindelebens in Friedrichshagen. Neben den Gottesdiensten finden alle Andachten, alle Gemeindeveranstaltungen, Gesprächskreise oder die Proben der verschiedenen musikalischen Ensembles statt. Schulen, Vereine oder Bürgerinitiativen nutzen die Räumlichkeiten. Es vergeht kaum ein Tag, an dem nicht ein oder mehrere Gemeinderäume belegt sind.
Nach mehr als fünfzig Jahren intensiver Raumnutzung wurde der Sanierungsbedarf so groß, dass erste Umbau- und Renovierungsarbeiten Anfang 2020 starteten. Diese Maßnahmen der ersten Bauphase haben zum Ziel, die Funktionalität der Räume zu verbessern. Mit dem zur Finanzierung bis hierhin zu leistenden Eigenanteil ist die Gemeinde an ihre finanziellen Grenzen gegangen.
Das bestimmende gestalterische Element ist die Altarwand mit ihrer bauzeitlichen Bemalung sowie der für den Innenausbau verwendeten „weißen“ Ziegel. Leider kam es in den Jahren nach dem Turmschaden auch zu massiven Feuchteschäden in den angrenzenden Gewölbeteilen. Aufgrund knapper Mittel wurde bei der Sanierung 1972 alles überstrichen. Den Kircheninnenraum denkmalgerecht zu erneuern übersteigt die Möglichkeiten der Gemeinde.
Die Kosten für diese Maßnahmen belaufen sich auf ca. 2 Millionen Euro.
Die heute beschlossene finanzielle Unterstützung durch den Bund beträgt 1 Million Euro.
Die Kirche ist eine Sehenswürdigkeit in Friedrichshagen und zusammen mit dem Marktplatz und der Bölschestraße sowie dem Kirchvorplatz mit einem weiteren Denkmal ein außergewöhnliches städtebauliches Ensemble, die (und das) auch von zahlreichen Touristen aus dem In- und Ausland besucht wird, die den Müggelsee und Köpenick kennenlernen wollen. Die Gemeinde öffnet die Kirche zu diesem Zweck im Sommer regelmäßig im Rahmen eines Konzepts „Offene Kirche“. Auch dafür muss die denkmalgerechte Sanierung der Innenräume angegangen werden.
Oliver Igel, Bezirksbürgermeister von Treptow-Köpenick: „Die Christophoruskirche öffnet sich mit einem neuen Konzept noch stärker als bisher für die Friedrichshagener Bevölkerung unabhängig von ihrer Religion. Die Kirche wird ein wichtiger Ort der Begegnung und Beratung der gesamten Bürgerschaft. Deshalb freut mich das Engagement des Bundes zur Gesamtsanierung als Voraussetzung für die weitere Öffnung der Kirche.“
Ana-Maria Trasnea, Bundestagskandidatin für Treptow-Köpenick: „Es ist mir eine besondere Freude, dass der Bundestagsabgeordnete Swen Schulz auf meine Einladung hin nach Friedrichshagen gekommen ist und wir ihn von dem Projekt überzeugen konnten. Die Kirche und die Gemeinde ist mit unserem ehemaligen Reichstagsfraktionsvorsitzenden Otto Wels verbunden, der in Friedrichshagen wohnte, war mit allen Konsequenzen aktiv im Widerstand, wurde in Zeiten der DDR-Diktatur unterdrückt und der Kirchturm nach einem Sturm gesprengt. Zu Wendezeiten initiierte der Gemeindepfarrer den Runden Tisch Friedrichshagen. Die Christophorus Kirche ist schon seit vielen Jahren gegenüber der lokalen und politischen Gemeinde sehr offen und ist wahrlich ein Raum für alle in Friedrichshagen. Über die Unterstützung von der Bundesebene für diesen Raum für alle bin ich sehr dankbar. Nun wollen wir alles dafür tun, dass die Bauarbeiten zeitnah vorangehen.“
Alexander Freier-Winterwerb, Vorsitzender SPD-Fraktion Treptow-Köpenick: „Ein Sprichwort sagt, dass viele kleine Leute, die an vielen kleinen Orten viele kleine Dinge tun, können das Gesicht der Welt verändern. Die Welt zu einem besseren Ort machen zu wollen, liegt in der DNA der Gemeinde und das hat sie in der schwersten und schönsten Tagen unseres Landes gezeigt. Ich freue mich, dass das Land heute etwas zurückgeben und helfen kann.“
Robert Schaddach, MdA: „In meiner Berufstätigkeit für die Berliner Bürgerbräu führte mich der Weg oft an der Christophoruskirche vorbei, aber auch in den Austausch bei Veranstaltungen, ich denke hier gerne an das Dichter Dran Festival zurück, umso mehr freut es mich das aus Mitteln des Bundes für diesen herausragenden Ort eine finanzielle Unterstützung möglich wird. Ich werde mich mit allen Möglichkeiten dafür einsetzen das auch die Kofinanzierung gesichert wird.“

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