In Rumänien war es nicht so friedlich

Wer dabei war im Epochenjahr 1989, wird ein wenig Gänsehaut nicht vermeiden können, wenn Bilder und Töne die Erinnerungen an unser ostdeutsches Freiheitswunder heraufbeschwören.

Bei uns blieb es friedlich, die Panzer, die Honecker durch Leipzig schicken wollte, fuhren nicht. Anders in Rumänien – es gab Schießereien, es gab über tausend Tote, Waisenkinder blieben zurück. Auch das Diktatorenpaar nahm ein blutiges Ende; bis zum Weihnachtsfest dauerte die Gewalt.

Der Partnerschaftskreis unserer und der rumänischen Landeskirche nahm das Jubiläum dieses Herbstes zum Anlass, in den Gemeinden mit engen Verbindungen nach Rumänien für die Woche vom dritten bis zum vierten Advent parallele Andachten anzuregen. Und natürlich sind wir, gemeinsam mit unseren Mediascher Freunden dabei! Am 18. Dezember um 18.30 Uhr findet in der Christophoruskirche ein Friedensgebet zum Gedenken statt. Ein paar Tage vorher werden unsere Freunde in der Margaretenkirche in Mediasch eine Partnerandacht gehalten haben; wir werden davon einen Videogruß sehen. Zeitzeugen werden zu Wort kommen, das Friedrichshagener Halboktett wird singen, wir wollen Kerzen entzünden – für die Opfer, für unsere Freunde, mit denen wir verbunden bleiben wollen, für den „güldnen, werten, edlen Fried“, wie Paul Gerhardt schreibt.

Wer aus unserer Gemeinde schon einmal mitgereist ist nach Mediasch, dem werden eigene Bilder aufsteigen, wer das in der nahen Zukunft vorhat, kann sich dem Nachbarn annähern, und wer einfach nur ein Komplement sucht zur D-Mark-Seligkeit der 89er Weihnachtszeit, findet es hier.

Der 21. Dezember 1989 in Herrmannstadt, Blick aus dem Bischofspalais auf den Großen Ring. Kilian Dörr hielt diese Augenblicke mit der Kamera fest. Sein Foto bildet die Grundlage für das Plakat, mit dem die Evangelische Kirchengemeinde Friedrichshagen zum Friedensgebet zur Erinnerung an die blutige Revolution in Rumänien 1989 aufruft.
Friedensgebet am 18. Dezember um 18.30 Uhr in der Christophoruskirche Friedrichshagen.

Bild zum Beitrag: Romanian National History Museum