Bist du’s wirklich?

Rückblick:
70 Jahre Junge Gemeinde in Berlin-Friedrichshagen am 10. November 2018 in der Christophoruskirche. Wiedersehen macht Freude – Treffen der Oldies der Jungen Gemeinde

Liebes Dream Team, was habt Ihr da auf die Beine gestellt?! Die Zeit mit Euch in unserer Friedrichshagener Kirche am Markt hat uns unendlich glücklich gemacht! P. hat gerade gesagt, was war das für ein toller Tag gestern! G und P. sagen Danke!

Das war die erste Rückmeldung per E-mail nach dem Treffen.

Etwa 75 Oldies  der Friedrichshagener Jungen Gemeinde ab 1948 trafen sich zu einem Wiedersehenstreffen am 10. November 2018 in der Christophoruskirche. Vor 70 Jahren hatten der Diakon Werner Krüger, Katechet Helmut Garten und der Student Joachim Reichelt die ersten Kinder und Jugendlichen in Kreisen der Jungen Gemeinde gesammelt. Im Sommer trafen wir uns am Müggelsee zum Singen, Beten, zur Bibelarbeit und Geländespiel. Im Winter übten wir im Raum einer umgebauten Gaststätte für das Krippenspiel und kamen zu unserem wöchentlichen Jugendabend zusammen. In den Ferien 1952 machten wir eine Radtour durch die Lausitz und durch Sachsen.  In fünf Gemeinden führten wir dort ein Verkündigungsspiel auf: „Friedensstraße acht“ von Ulrich Kabitz. Evangelische Friedensarbeit 1952 – sieben Jahre nach dem Ende des 2. Weltkrieges.

Im April 1953 wurde die  Junge Gemeinde in der FDJ-Zeitung Junge Welt als „Tarnorganisation für Kriegshetze, Sabotage und Spionage im USA-Auftrag“ diffamiert. In der Oberschule wurden Jugendliche vom Direktor diskriminiert, weil sie in der Jungen Gemeinde waren. Das ließ nach dem 17. Juni 1953 nach. In den fünfziger Jahren machten wir Wanderfreizeiten durch den Schwarzwald. Einmal ging es bis zu den Alpen. Oder wir trafen uns in Grünheide oder am Maxsee. Später gab es Freizeiten mit Segelbooten oder an der Ostsee. 

Und nun trafen wir uns wieder – als alt gewordene Friedrichshagener Junge Gemeinde. Wir waren überwältigt von der Resonanz auf unsere Einladung. Viele hatten uns geschrieben, angerufen oder per E-Mail ihr Interesse mitgeteilt. Einige kamen von weit her. „Bist Du’s wirklich, Inge?“  “Peter, jetzt erkenne ich dich!“ „Gisela, Dich habe ich gleich erkannt!“ Jede und jeder konnte auf die Suche nach alten Bekannten gehen und sich wieder erkennen lassen oder in älter gewordenen Gesichtern die jugendlichen Augen wieder entdecken, die aufstrahlten, als plötzlich das Jesus-Wort wahr wurde: „Werden wie die Kinder …“ Ein Video mit Bildern von Freizeiten und Fahrten wurde gezeigt, Bilder aus Hirschluch und von einer Ski-Freizeit in Oberbärenburg. Manche hatten ihre Fotoalben mitgebracht. Vielen wurde das Herz warm beim Singen der alten Lieder: „Wir jungen Christen tragen ins dunkle deutsche Land ein Licht in schweren Tagen als Fackel in der Hand.“

Am Schluss bei der Andacht in der Kirche standen wir Oldies im Kreis und die Hände griffen die Hand der Nachbarin und des Nachbarn zum Singen des Liedes: „Herr, wir stehen Hand in Hand.“ Beim Abschied  sagten viele, was für eine Freude es ihnen gemacht hat, wenn sie sich wie im Gleichnis der wieder gefundenen Schafe  gegenseitig wieder entdecken. Vielleicht feiern wir es wieder einmal – Das Fest der wiedergefundenen Schafe. 

Horst Berger


Brief einer Ehemaligen zum Treffen

Liebes Team der Christophoruskirche,

es war unglaublich für mich , wie viele Ehemalige erschienen sind, ob krank, ob alt, ob unverändert oder wiedererkannt, es war sehr, sehr berührend. Besonders auch der von Volker Krastel und Team vorgeführte kleine Film, dann die Darstellung der Sanierungsvorhaben für meine schöne Kirche waren sehr schöne Programmpunkte.

Große Begeisterung machte sich bemerkbar, besonders auch, dass es so toll geklappt hat mit der Versorgung und trotz der vielen Teilnehmer, alle hatten Platz. Ich kann nur noch einmal ein großes, großes Lob an Gisela Taube und Horst aussprechen. Auch Rainer Liebig und viele andere, waren sehr rührend bemüht, dieses Jubiläum zu einem Fest der Herzen zu machen. Schade nur, dass von der JG kaum jemand da war oder kein Interesse bestand. In der heutigen Zeit, wo der Zusammenhalt und das Interesse gefördert werden müssen, habe ich diese schöne und so alte Gemeinschaft als wunderbares Ereignis „gefühlt“.

Nur durch meine Verbundenheit zur Kirche habe ich auch hier meine Heimat gefunden. Ich mache viel Ehrenamtliches und lebe mit und in einer schönen kleinen Gemeinde, Memmingen-Amendingen. Aber meine Sehnsucht nach zu Hause, nach meiner Kirche, wird nie nachlassen. Wir hatten ein bescheidenes Leben und wurden vom Staat nicht gewünscht, das hat uns durch dick und dünn zusammengeschweisst!

Danke, danke noch einmal an alle, die an der Organisation beteiligt waren.

Dem neuen Pfarrer Markus Böttcher, der unser Gast war, alles alles Gute auf seinem Weg. Vielleicht schafft er es, auch so eine tolle Junge Gemeinde zu aktivieren. Für Sie und Ihr Team eine wunderbare Vor- und Weihnachtszeit und ich hoffe und wünsche, Sie können auch nach 70 Jahren mal auf ein so schönes Fest zurückblicken.

Herzlichst
Ihre Rosemarie John